„Träume, die ich uns stehle“ von Lily Oliver

Träume, die ich uns stehle von Lily Oliver

Über das Buch:
Nach einem schweren Unfall, weiß Lara nicht mehr, wer sie ist und was passiert ist. Deshalb verbringt die an Amnesie leidende junge Frau ihr Leben in einer Psychiatrie. Lara kann nicht aufhören zu reden, denn ein Zwang treibt sie dazu, ihre Erinnerungslücken mit Worte zu füllen. Niemand mag ihr zuhören, außer ihr Therapeut Martin, aber das ist ja sein Job.

Dann findet sie Thomas. Bei ihm fühlt sie sich seit langem wieder wohl, denn er hört ihr zu und hilft ihr, ihre wirren Gedanken zu sortieren und sich wieder zu erinnern. Sie beginnt ihm eine Geschichte zu erzählen, die zu einer Liebesgeschichte zwischen ihm und ihr wird. Die aber wahrscheinlich immer ein Traum bleiben muss… denn Thomas liegt im Koma…

Meine Meinung:
Die Autorin Lily Oliver (aka Alana Falk) lernte ich zum ersten Mal auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse kennen. Da wusste ich noch nicht, was für eine großartige Autorin sie ist. Schon damals faszinierte sie mich mit ihren (gesprochenen) Worten und war mir sofort sympathisch. Gerade deshalb freute ich mich riesig, als sie mich fragte, ob ich nicht ihr Buch „Träume, die ich uns stehle“ lesen und rezensieren möchte. Ich hoffe ich finde die richtigen Worte, die das Buch so beschreiben, wie ich beim Lesen empfunden und gedacht habe.

Der Anfang des Buches war recht verwirrend und verbreitete leicht Chaos in meinem Kopf. So muss sich auch Lara fühlen, die nach einem Unfall alles vergessen hat. Rückblickend finde ich es sogar gut, dass der Beginn genauso geschrieben ist. Es passt zur Geschichte – es passt zu Lara und ihrer Person. Ihre psychische Krankheit ist sehr realistisch und glaubwürdig beschrieben. Ich hatte nie das Gefühl gehabt, dass irgendein Verhalten von Lara widersprüchlich war oder nicht hinein passte.

Sobald ich michaber  reingelesen habe, konnte und wollte ich am Liebsten nicht mehr aufhören.

Es wurde aus zwei Perspektiven geschrieben – jeweils aus Laras und Thomas‘ Sicht. Wobei die Kapitel aus Thomas‘ Sicht recht kurz und nicht so ausführlich – eigentlich mehr durcheinander – waren, erfuhr man trotzdem viel über seine eigene Vergangenheit und wie viel er in seinem Koma mitbekommt.

Die hauptsächliche Geschichte läuft aus Laras Sicht ab. Wenn sie Thomas ihre Geschichte erzählt, hatte ich mich oft gefragt ob das, was sie erzählt, nun echt ist oder nicht. Und das war für mich das spannendste und aufregenste an dem Buch. Man wusste bis zum Ende nie, was nun Wirklichkeit oder Traum war.

Lara ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und ich bewundere sie, denn wo sie anfangs noch total unsicher und verängstigt war, den Drang zu reden, nicht widerstehen konnte, wurde sie zum Ende hin immer Stärker und bekam immer besser ihre Krankheit in Griff

Zum Ende hin gab es dann eine große Wendung, die ich niemals während des Lesens vermutet hätte. Schon ganz zu Beginn hatte ich eine Theorie, ein bisschen enttäuscht darüber, dass es so durchschaubar ist. Zum Glück gab es dann den Twist, der im Endspurt noch richtig Spannung mit sich brachte.

Fazit:
Vielen Dank Lily Oliver für diese wundervolle, berührende und emotionale Geschichte, die mich an einigen Stellen sogar zu Tränen rührte (besonders das Ende). Dieses Buch gehört definitiv zu einem meiner Jahreshighlights 2018, welches ich nie vergessen werde. Auch ein ganz großes Dankeschön, dass du mir das Buch zur Verfügung gestellt hast. Ich liebe, liebe es und es hat 5 von 5 Sternen sowas von verdient! Sehr zu empfehlen!