Save your Internet – Artikel 13 [Behind the Blog]

Hallo ihr Lieben,

es tut mir sehr Leid, dass es hier auf meinem Blog momentan sehr ruhig geworden ist. Das liegt daran, dass ich privat ein „Projekt“ laufen habe, dass mich und meine Zukunft hoffentlich weiter voran bringt. Da das Wetter jetzt auch wieder öfter schön ist und es wärmer wird, fangen mein Freund und ich wieder an, unsere Wohnung weiter fertig zu bekommen.

Aber das ist nicht das Thema. Ich möchte heute ein bisschen über Artikel 13 und dem ganzen Drumherum erzählen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass es auf „Bookstagram“ noch nicht so wirklich angekommen ist, oder viele resigniert haben bzw. denken, dass man eh nichts mehr daran ändern kann. Da bin ich anderer Meinung.

Was ist überhaupt Artikel 13?

Da ich keine Juristin bin und eigentlich mittlerweile jeder wissen sollte, was es mit dem Artikel 13 und Co. auf sich hat, möchte ich nicht bis ins Detail darauf eingehen. Normalerweise bin ich auch gar nicht so politisch unterwegs, aber bei Artikel 13 und Co. kann ich einfach nicht wegsehen. Die Grundidee die dahinter steckt finde ich ja nicht verkehrt, aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach total fern von unserem Zeitalter.

Für die, die noch nichts über Artikel 13 und Co. wissen ein kleiner Appell: lest bitte, bitte darüber nach! Unser Internet wie es jetzt ist, kann sich schon bald stark ändern. Fast 5 Mio. Menschen haben die „Save the Internet“-Petition unterschrieben (ich habe auch unterschrieben – schon letztes Jahr im Sommer, als die erste Aufruhrwelle hochkam, da haben noch nicht mal 1.000 unterschrieben und jetzt sind es einfach 5 MILLIONEN!) und die Politiker scheint es nicht zu interessieren.

Was verhindert werden soll

Diktatur fehleranfälliger Algorithmen

Uploadfilter auf Seiten wie YouTube, Facebook und Co. haben alle eines gemein: Sie agieren niemals so genau wie es ein Mensch könnte. Dies hat zur Folge, dass häufig Inhalte entfernt werden, die zwar gegen das Urheberrecht verstoßen, jedoch unter dem Schutz des Zitatrechts stehen. Diese „Anfälligkeit“ kann weiter als Vorwand genutzt werden, um Inhalte herauszufiltern, die nicht den eigenen Werten und Vorstellungen entsprechen.

Quelle © https://savetheinternet.info/

Gebührenpflichtige Links

Presseverlage können künftig von allen, die Links auf ihre Inhalte setzen, Lizenzgebühren verlangen. Nachrichtenportale werden so zunichte gemacht. Nein zur Link-Steuer!

Quelle © https://savetheinternet.info/

Welche Gefahren drohen?

Die Zensur könnte schon sehr bald die kulturellen Normen des Webs, wie wir es kennen, auf den Kopf stellen. Das Sperren der Uploads sorgt in Kombination mit fehleranfälligen Algorithmen dafür, dass ein übermäßiges Blocken (Overblocking) von den Plattformen durchgeführt werden muss, um sich nicht einer Klagewelle auszusetzen. Selbst das Posten von Links kann künftig ein massives Problem darstellen und sich auf Twitter, Facebook und Co. zeigen. Denn hier würde Artikel 11 dafür sorgen, dass Verlinkungen ohne Vorschau angezeigt werden und man dem Link blindes Vertrauen schenken müsste.

Quelle © https://savetheinternet.info/

Wie wir Blogger und Bookstagrammer betroffen sind

Auch wenn von Uploadfiltern nicht gesprochen wird, wird es darauf hinauslaufen, denn wie soll man das sonst umsetzen? Man kann ja nicht Menschen hinsetzen, die die ganzen Uploads in ganz Europa kontrollieren und freigeben. Das ist unmöglich, also muss ein Algorithmus her = Uploadfilter. Und wir wissen alle durch YouTube und Co., dass die nicht immer 100% sind. Schließlich ist es kein Mensch (der Gedanke daran wäre auch ein bisschen gruselig). Also wird alles, bei dem sich die Plattformen unsicher sind, geblockt. Wie sollen wir Blogger dann auf Social Media und generell im Web noch unsere Arbeit machen, wenn die Uploadfilter unseren Content höchstwahrscheinlich blocken werden? Artikel 13 und Co. würde die großen Plattformen wie Facebook und Co. nur noch größer und stärker machen, weil alle kleinen Unternehmen dicht machen müssen, denn solche Uploadfilter, die ganzen Lizenzen und der Aufwand sind ganz schön kostspielig.

Was kann ich noch tun?

Mach dich über das Thema schlau! Auf „Save the Internet“ findet ihr viele und gute Infos rund um das Thema, aber es gibt auch viele andere Seiten und Videos auf YouTube. Von der Seite aus kommt ihr auch auf die Petition, die ich unterschrieben habe. Mach auch deine Freunde und Familie darauf aufmerksam. Ich habe das Gefühl, das zum Beispiel die ganzen regionalen Medien überhaupt nicht davon berichten (so zumindest bei mir) und alle die, die nicht so viel Zeit im Internet verbringen, gar nichts davon mitbekommen haben.

Wer noch aktiver werden möchte: in vielen größeren Städten gibt es u.a. am 23. März 2019 Demos bundesweit. Ich selbst werde an keiner Demo teilnehmen, da ich den Tag auf der Leipziger Buchmesse bin. Aber ich möchte trotzdem meine Meinung verbreiten. Deshalb wird man mich, wenn alles klappt, auf der Messe mit einem Statement-Shirt/Pulli auffinden.

Ich hoffe, dass ich euch wenigstens ein bisschen darauf aufmerksam machen konnte und ihr euch damit etwas mehr befasst. Auch wenn wahrscheinlich schon viele davon genervt sind, ich musste einfach darüber schreiben um mein Gewissen zu beruhigen. Noch nie hat mich Politik so gefesselt, wie es Artikel 13 und 11 machen. Noch ist es nicht zu spät! #SaveYourInternet #SaveTheInternet #Artikel13

Für diejenigen, die keine Zeit oder Lust haben zu lesen, kann ich euch das Video vom Rechtsanwalt Solmecke vom 14. Februar 2019 empfehlen. Ich finde der bringt das ganze Chaos ziemlich auf den Punkt:

https://www.youtube.com/watch?v=Ql9xCDJXnJc

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