„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ von Ava Reed

"Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen" von Ava Reed

Über das Buch:

Das letzte Schuljahr hat für Leni begonnen und damit sind auch viele offene Fragen gekommen. Was tun nach dem Abschluss? Studium? Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein ganz normales und glückliches Mädchen, das ihr Abitur macht. Aber als ihr letztes Schuljahr beginnt, verändert sich etwas mit ihr. Es beginnt mit zu vielen Gedanken, bis sie dann plötzlich Panikattacken und Angstzustände mit Übelkeit bekommt. Lenis Leben gerät aus dem Gleichgewicht und das führt zu einer Diagnose, die Leni fast die Füße vom Boden nimmt. Sie holt sich Hilfe, aber mit jedem Tag verliert sie mehr und mehr Hoffnung. Bis sie Matti kennenlernt, der das Gegenteil von Leni ist, und ihn auf eine Reise begleitet.

Meine Meinung:

Auf Social Media wurde das Buch ja sehr gehypt und gelobt – vielleicht liegt das auch an dem wunderschönen Cover? Nachdem ich mir Avas Lesung zu dem Buch angehört habe, wurde ich neugierig und wollte es dann auch unbedingt lesen. Das Buch ist mit rund 300 Seiten nicht besonders dick, aber ich finde das nicht schlimm. Dadurch konnte die Autorin jedoch nicht bis ins kleinste Detail gehen.

„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist Ava Reeds persönlichstes Buch. Sie hat nicht nur eine Geschichte geschrieben, die Themen wie Depressionen und Angstzustände behandelt, sondern ist auch noch selbst davon betroffen. Natürlich hat sie mit den Themen kein neues Rad erfunden, aber ich finde es mutig, dass sie diese Geschichte veröffentlicht hat.

Ich kam super schnell in den Lesefluss. Der Schreibstil ist sehr leicht und locker. Die Sätze sind einfach und größtenteils kurz gehalten. Solche Bücher mag ich total gerne für Zwischendurch, besonders nachdem ich eine aufwendigere Geschichte gelesen habe. Aber Lenis Geschichte ist sehr schnelllebig und hastig. Zwischen den Kapiteln passieren oft große Zeitsprünge, das bedeutet, dass meist mehrere Tage oder Wochen vergehen. Es liest sich ein wenig wie eine Zugfahrt – die Kapitel sind wie Haltestellen in Lenis Leben. Das wahrscheinlich beste an dem Buch sind die Tagebucheinträge, die Ava Reed selbst gestaltet und gezeichnet hat. Das macht für mich die großen Zeitsprünge wieder wett.

Jetzt zu dem eigentlichen – den Gefühlen. Lenis Gefühle und ihre Panikattacken sind sehr gut beschrieben und am Anfang war ich auch noch mitgerissen. Das lies aber immer mehr nach. Ich muss auch sagen, dass mir die erste Hälfte des Buches besser gefiel. Hie und da konnte ich mich sogar mit Lenis Gefühlen bzw. Problemen selbst identifizieren. Die zweite Hälfte war für mich etwas schwieriger. Versteht mich nicht falsch, es war nicht schlecht, aber hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, mehr Tiefe.

Fazit:

Am Ende zusammengefasst, fand ich das Buch schön und gut. Ich würde es auch weiterempfehlen, man sollte jedoch nicht zu hohe Erwartungen auf das Buch setzen. Die Botschaft hinter Lenis Geschichte ist bei mir angekommen und so wichtig. Jeder Mensch ist wertvoll, egal ob krank oder gesund. Und man soll nicht aufhören zu kämpfen, denn jeder Kampf ist das Leben wert. Danke Ava, für die kleine Reise.

Thema des Buches:
Umsetzung:
Schreibstil:
Originalität:
Spannungsbogen:
Authentizität der Figuren:
Lesespaß: